Dein Schwur im Eis, so kalt und rein
Soll warmendes Zeichen sein
Ein Schattenheer aus Stahl und Rauch
Unseren Namen tragen sie auch
Wir folgten Spuren durch den Schnee
Dem Rauch entgegen, durch die Höh'
Noch glaubten wir, man hört uns nah
Noch glaubten wir—
Zu spät.
Wir stehen fest im Sturm der Zeit
Bis in alle Ewigkeit
Wir schworen, niemand bleibt zurück
Wir trugen Hoffnung Stück für Stück
Doch als der Morgen vor uns lag
War nichts mehr da, das zu uns sprach
Die Häuser schwarz, die Fenster blind
Nur Asche tanzt noch mit dem Wind
Ein Tor hängt schief, kein Feuer schreit
Die Glocke schweigt seit langer Zeit
Auf kaltem Stein liegt noch ein Tuch
Im Staub ein halb verbranntes Buch
Kein Ruf nach Hilfe, kein Gebet
Nur diese Wahrheit—
Zu spät.
Wir stehen fest im Sturm der Zeit
Bis in alle Ewigkeit
Wir schworen, niemand bleibt zurück
Doch fanden nur ihr letztes Stück
Kein Feind mehr hier
Kein Kampf mehr da
Nur Rauch, wo gestern Leben war
Zu spät
Zu spät
Wir kamen zu spät
Wir gingen schweigend Haus für Haus
Und trugen ihre Namen raus
Kein Siegesschrei, kein Banner weht
Nur jeder Schritt ein stilles Gebet
Was nützt ein Schild, wenn keiner steht?
Was nützt ein Schwert, wenn alles geht?
Was nützt ein Schwur aus Stahl und Licht
Wenn er die Toten nicht erreicht?
Sag mir nicht, wir hätten gesiegt
Sag mir nicht, der Feind jetzt flieht
Sag mir nicht, wir kamen weit
Wir kamen nicht rechtzeitig.
Zu spät.
Wir stehen fest im Sturm der Zeit
Bis in alle Ewigkeit
Doch manchen Schwur erreicht kein Licht
Und manche Tür öffnet sich nicht
Wir tragen euch, auch wenn ihr schweigt
Bis selbst der letzte Stern sich neigt
Kein Name fällt
Kein Name geht
Auch wenn für euch—
Zu spät.
Zu spät...
Zu spät...
Wir kamen zu spät.